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Am Ortsausgang von Steinhagen steht ein überdachtes Strohlager einer Pferdehaltung in Flammen. Etliche Strohballen brennen, Pferde flüchten auf die angrenzende Koppel. An diesen Tag vor etwa zwei Jahren kann sich Marco Lübcke (52) aus Negast noch sehr gut erinnern, denn es war sein allererster Einsatz bei der Feuerwehr.

Offiziell war er da zwar schon bei der Feuerwehr, aber genaugenommen hatte er zu dem Zeitpunkt seine Ausbildung noch gar nicht richtig begonnen. Die Betreuer der Jugendfeuerwehr haben einen gerade stattfindenden Bowling-Ausflug wegen des Feuers abgebrochen und Marco auf dem Weg zur Einsatzstelle kurzerhand eingesammelt.

Bei einem Einsatz füreinander da

Das Feuer war bei seinem Eintreffen größtenteils schon gelöscht, aber wegen der Aufräumarbeiten gab es bis spät in die Nacht jede Menge zu tun. Zwei Freiwillige Feuerwehren waren mit vier Fahrzeugen vor Ort. Marco war besonders vom Zusammenspiel zwischen den vielen Helfern und der Technik begeistert.

Die Besitzer und Urlauber auf dem Hof haben sich teils mit Tränen in den Augen bei den Feuerwehrleuten bedankt. „Ich bin bei der Feuerwehr, um zu helfen, dass mach ich einfach gerne“, sagt Marco. Er schätzt die Gemeinschaft, alle hätten das Ziel, bei einem Einsatz füreinander da zu sein. „Es ist für mich aber auch Freizeitgestaltung. Es ist schön, gemeinsam mit den Anderen im Dorf, die Zeit zu verbringen.“

Die Kinder haben ihn zur Feuerwehr gebracht

Marco arbeitet bei der Sparkasse Vorpommern und ist seit Februar 2024 bei der Löschgruppe Negast aktiv, die an die Gemeindefeuerwehr Steinhagen angeschlossen ist. Angefangen hat das alles mit seinen Kindern, die bei der Jugendfeuerwehr waren. „Beim Hinbringen und Abholen ist man immer wieder mit den Kameraden ins Gespräch gekommen und hat sich gut verstanden“, sagt Marco. Und bevor er sich versah, war er mitten in der Truppmannausbildung.

Die Feuerwehr Steinhagen hat aktuell ca. 38 aktive Mitglieder. Je nach Wochentag und Uhrzeit kommt es jedoch vor, dass nur eine Notbesetzung zum Einsatz fahren kann. „Wir sprechen in solchen Fällen direkt beim Einsatz ab, wer was macht – untereinander und mit den anderen Wehren vor Ort.“ Jeder muss praktisch alles können, auch wenn es Spezialisten mit Maschinistenausbildung oder Atemschutzgeräteträger gibt.

An diese Einsätze denkt Marco sofort

Zwei Einsätze sind Marco besonders in Erinnerung geblieben. Eine vierköpfige Familie war im August vergangenen Jahres mit dem Auto auf dem Weg in den Urlaub. Mutmaßlich wegen eines Sekundenschlafes verlor der Fahrer eines entgegenkommenden Autos in Negast die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es gab mehrere teils schwer verletzte Personen.

In Grünkordshagen standen hinter einer Gaststätte mehrere Baracken in Brand. Etwa 100 Feuerwehrleute von den umliegenden Wehren waren im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. „Hier war die Wasserversorgung besonders schwierig“, sagt Marco. Sie mussten mit einem Wasserwagen, der 5000 Liter fasst, einen Pendelverkehr einrichten und stundenlang Wasser ranholen.

„Das Feuer war etwa vier oder fünf Meter hoch, immer wieder angefacht durch den Wind und gespeist durch die überall verbaute Dachpappe sowie die dort gelagerten Gasflaschen, welche auch explodierten. Trotz unserer Ausbildung und dem Equipment muss man davor jede Menge Respekt haben, dass lässt sich mit einem großen Lagerfeuer nicht vergleichen.“ 

Sparkasse fördert Engagement ihrer Mitarbeitenden

Wenn der Alarm losgeht, während Marco bei der Sparkasse arbeitet, sagt er seinem Vorgesetzten kurz Bescheid und fährt los. Zumindest, wenn es größere Einsätze sind, die längere Zeit dauern. Sonst wäre der Einsatz schon vorbei, bevor Marco von der Arbeitsstelle aus ankommt. 

Die Sparkasse Vorpommern unterstützt ihn unter anderem mit Zeitgutschriften und einem zusätzlichen freien Tag im Jahr. Über Spenden und Sponsorings stellt die Sparkasse jedes Jahr viel Geld für die Feuerwehren in ihrem Geschäftsgebiet bereit. Hinzu kommen Werbegeschenke und Fördertöpfe bei den 99Funken, der Crowdfunding-Plattform der Sparkasse. Dort kann jeder Verein mitmachen und Geld für sein Herzensprojekt sammeln. 

In diesem Jahr unterstützt die Sparkasse Vorpommern außerdem bereits zum 2. Mal die Aktion Feuerwehrheld der Ostsee-Zeitung. Warum wir bei der Aktion dabei sind und was die Feuerwehren in Vorpommern so wichtig macht, erfährst du in diesem Artikel auf www.teamvorpommern.de.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse können pro Jahr 300 Euro Spenden für ihren Verein beantragen. Egal ob Mitarbeitende oder nicht, jeder, der bei einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, bekommt bei der KFZ-Versicherung der Provinzial einen zusätzlichen Rabatt in Höhe von fünf Prozent.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse Vorpommern sind ehrenamtlich aktiv. Unsere beiden Kolleginnen Claudia Stüdemann und Chanice Westphal engagieren sich bei der Feuerwehr. Das Interview mit den beiden Feuerwehrfrauen kannst du hier nachlesen.

IT-Admin bei der Sparkasse Vorpommern

Marco ist IT-Admin bei der Sparkasse Vorpommern. Er kümmert sich unter anderem um die Dateninfrastuktur und sorgt dafür, dass alle Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen optimal arbeiten können. Das erklärt auch seine Technikbegeisterung, mit der er bei der Feuerwehr genau richtig ist. Zwischen Pumpen, Hydraulik, Fahrzeugen und vielen unterschiedlichen Gerätschäften fühlt er sich wohl. Er lernt sie zu bedienen und zu reparieren.

Besonders beeindruckend findet er den Einsatz von Kathleen und Anett für die Jugendarbeit in seiner Wehr. „Organisation, Bürokratie, Genehmigungen usw., was sie vor Wettkämpfen leisten, ist schon enorm“, sagt Marco. Sie nehmen sich zudem auch neben dem Training sowie den Wettkämpfen die Zeit und fahren mit den Kindern zum Beispiel für einen schönen Nachmittag zum Erdbeerhof.

Gibt es Gründe, nicht bei der Feuerwehr mitzumachen?

„Es gibt Menschen, die haben einfach Angst vor Feuer oder bekommen Panik, wenn sie ein Atemschutzgerät aufsetzen müssen. Das ist völlig verständlich und normal. Ich selbst könnte auch kein Atemschutzgerät benutzen.“ 

Das ist laut Marco aber nicht entscheidend. „Wer bei der Feuerwehr mitmachen möchte, sollte zu allererst einfach mal Interesse daran haben.“ Wichtig sei es, sich dafür zu begeistern, etwas in der Gemeinschaft zu erleben, etwas Sinnvolles zu machen und Neues zu lernen. 

Wie Familie, aber Familie geht vor

„Ich habe noch nie erlebt, dass Feuerwehrleute untereinander die Nase rümpfen, wenn jemand mal etwas nicht kann oder verkehrt macht. Stattdessen wird erklärt und sich gegenseitig geholfen“, sagt Marco. Er möchte diese familiäre Atmosphäre nicht mehr missen.

Seine Frau unterstützt ihn da voll und ganz. Und der Wehrleiter sagt, dass wenn einer mal aus privaten Gründen nicht zum Training kommen kann, dass ist das eben so – immerhin handelt es sich ja um eine freiwillige Feuerwehr.

In Negast bereitet man sich jetzt schon auf die nächsten Highlights vor: Die Jugend übt den Löschangriff für den Jugendkreisausscheid in Grimmen. Im August steht außerdem das Seefest an, welches von der Gemeinde organisiert wird. Und auch beim Weihnachtsmarkt am 1. Sonnabend im Dezember wird die Feuerwehr wieder dabei sein.

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